Neue Energien 2020 - Projekt "INKOBA": Energietechnologien optimal verschalten! |
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Kurzbeschreibung
Das Projekt „INKOBA - Durchführbarkeit von nachhaltigen Energiesystemen in INKOBA Parks“ entwickelt Energiesysteme für Industrie- und Gewerbeparks anhand der Standorte in der INKOBA Region Freistadt. Die Standorte befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die Energiesysteme basieren auf regionalen erneuerbaren Ressourcen bzw. verwenden regional vorhandene Angebote von Energie aus anderen Sektoren. Dies führt auch zu einer räumlich sowie organisatorisch zusammengehörigen Wahrnehmung von Energie- und Gewerbeanlagen.
Die Szenarien verschalten einerseits die Prozesse der Firmen in den Parks in optimaler Weise in Hinblick auf die Energienachfrage und stellen Energiebereitstellungstechnologien dar, die diese Nachfrage decken. Zusätzlich zur Nachfrage im Park selbst werden in den Szenarien auch Energieangebote und -nachfrage im Umland der Parks berücksichtigt, sowie Energieeffizienzpotentiale analysiert.
Zielsetzung
Das Ziel des Projektes ist die bestehenden bzw. geplanten Energietechnologien in den einzelnen Parks optimal miteinander zu verschalten, regionale Ressourcen und Energieangebote optimal in die Industrie- und Gewerbeparks zu integrieren und mögliche Energienachfragen wiederum im Umland zu decken. Mit dieser Verschaltung soll schlussendlich kostengünstige, sichere und saubere Energie effizient genutzt und bereit gestellt werden.
Im österreichischen Kontext ist das Projekt von Relevanz im Hinblick auf die Beispielwirkung auf andere regionale Entwicklungsprojekte. Industrie- und Gewerbeparks sind in fast allen Regionalentwicklungsvorhaben von zentraler Bedeutung. Ein weiteres Ziel ist also aufzuzeigen, dass Gewerbeparks zu einem Motor zur Umgestaltung des Energiesystems einer Region zur Erreichung von Zielen im Bereich Ressourcen- und Klimaschutz werden können.
Herangehensweise
Für jeden Park werden verschiedene Szenarien für mögliche Energiesysteme entwickelt und durchgerechnet, welche die jeweiligen Rahmenbedingungen berücksichtigen und so auf die unterschiedlichen Situationen eingehen. Die Erstellung der Szenarien basiert im technisch-systemischen Bereich auf der so genannten „Prozessnetzwerksynthese“, die ein hohes Potential für die Strukturierung regionaler und lokaler Energiesysteme und Nutzungsnetzwerke für erneuerbare Ressourcen aufweist.
Diese technologisch-systemischen Szenarien werden dabei in den raumordnerischen Rahmen der Gegebenheiten im Umfeld der Parks eingepasst. Insbesondere werden lokal vorhandene Vorranggebiete für Fernwärmeversorgung und mögliche andere Energiedienstleistungen sowie Fragen des Hinterlandes zur Energiebereitstellung (auch im Sinne der Logistik) mitberücksichtigt.
Die fertigen Szenarien, die ja auf betriebswirtschaftlicher Basis erstellt werden, werden schlussendlich auch ökologisch und regionalwirtschaftlich bewertet. Für die ökologische Bewertung wird der so genannte „Sustainable Process Index“ (SPI®) verwendet. Dieses Maß gehört zur Familie der ökologischen Fußabdrücke und ermöglicht die Bewertung von unterschiedlichen Stoff- und Energieströmen. Weiters kann auch das CO2-Einsparpotenzial des jeweiligen Szenarios abgelesen werden. Die regionalwirtschaftliche Bewertung wird mit bewährten Mitteln der Volkswirtschaft, adaptiert auf die Fragestellungen dezentraler, örtlicher Systeme durchgeführt.
Outputs
Die ersten Outputs des Projektes werden individuell angepasste Szenarien für die einzelnen Parks sein. Das breite Spektrum der Rahmenbedingungen für die Szenarien reicht dabei von einer geringen Betriebsansiedelung (wie zum Beispiel am Standort Leopoldschlag) über die Integration von großen Wärmequellen (wie im Fall Rainbach mit der Gasverdichterstation der OMV) bis hin zum Retrofit von bereits (relativ) gut ausgelasteten Parks (wie in Unterweitersdorf/Wartberg). Neben der unterschiedlichen Auslastung wird auch das unterschiedliche Ressourcenangebot, sowie die Nachfrage nach Energiedienstleistungen im Umfeld der Parks berücksichtigt.
Darüber hinaus wird das Projekt INKOBA selbst übertragbare Ergebnisse in zweierlei Hinsicht erbringen. Einerseits wird die gemeinsame Optimierung des Energiebedarfes von Gewerbeparks und ihrem Umland eine wirtschaftliche und ökologische Referenz für ähnliche Fälle in Österreich schaffen, die für andere, ähnlich gelagerte Fälle in Österreich interessant ist. Andererseits wird das Projekt auch methodische Ergebnisse erzeugen, die in der Folge für andere Energieprojekte wichtig sind. So ist die in INKOBA angewandte Methode der gemeinsamen technologisch-systemischen Optimierung mit Hilfe der kombinatorischen Prozesssynthese mit der raumordnerischen Analyse sowie die gemeinsame regionalwirtschaftliche und ökologische Evaluierung in vielen anderen regionalen Energieprojekten anwendbar.
Resultat
Planung von energieoptimierten Gewerbe- und Industrieparks
Beteiligte Institutionen und Ansprechpartner
Interkommunale Betriebsansiedelung Region Freistadt (INKOBA) BM Friedrich Stockinger, Prager Straße 5, 4261 Rainbach i. M. gemeinde@rainbach-muehlkreis.ooe.gv.at
Technische Universität Graz, Institut für Prozess- und Partikeltechnik (IPPT) Univ.-Prof. Dr. Michael Narodoslawsky, Inffeldgasse 25c, A-8010 Graz narodoslawsky@tugraz.at
Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz GmbH Dr. Horst Steinmüller, Altenberger Straße 69, A-4040 Linz steinmueller@energieinstitut-linz.at
Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Raumplanung und Ländliche Neuordnung (IRUB) Dr. Gernot Stöglehner, Peter-Jordan-Straße 82, A-1190 Wien gernot.stoeglehner@boku.ac.at
Neue Energien 2020 - Projekt "INKOBA": Planung von energieoptimierten Gewerbe- und Industrieparks
Inhalte
Grundprinzipien der Parkplanung
Energieoptimierte (interkommunale) Industrie- und Gewerbeparks sollten in der Planung folgenden sechs normativen Prinzipien folgen, die als Planungsgrundsätze zu verstehen sind:
Planungsgrundsatz 1: Energieoptimierte Industrie- und Gewerbeparks nutzen regionale Ressourcen optimal.
Energieoptimierte Industrie- und Gewerbeparks sind vor allem dann effizient, wenn regionale Ressourcen nicht nur für die Energieproduktion, sondern auch als stoffliche Rohstoffbasis herangezogen werden. Dadurch können Transportwege minimiert werden. Dies trifft bei biogenen erneuerbaren Ressourcen nicht nur auf die Anlieferung der Rohstoffe, sondern speziell auch auf die Rückführung von Reststoffen auf die Produktionsflächen und das Schließen von regionalen Stoffkreisläufen zu, z.B. durch Ausbringung von Biogas- und Bioraffinieriegülle auf die Felder, oder Rückführung von Asche in Wälder.
Bei der Nutzung von Biomasse ist auf eine Mehrfachnutzung des Rohstoffs und zur Nutzung möglichst vieler Teile der Pflanze zu achten. Dies kann durch die grüne Bioraffinerie umgesetzt werden, wodurch eine stoffliche und energetische Verwertung der Rohstoffe gewährleistet wird. Durch diesen Planungsgrundsatz ergibt sich automatisch eine unterschiedliche Ausrichtung energieoptimierter Industrie- und Gewerbeparks in verschiedenen Regionen, weil sich durch natürliche Gegebenheiten die Produktionsbedingungen und die Rohstoffbasis ändern. Dieser Effekt kann auch bereits kleinräumig zwischen zwei Industrie- und Gewerbeparks einer Region auftreten, wie z.B. in der INKOBA-Region Freistadt.
Planungsgrundsatz 2: Durch energieoptimierte Industrie- und Gewerbeparks ist die regionale Umweltsituation in der Gesamtsicht zu verbessern.
Derzeit beschäftigen uns vor allem persistente Umweltprobleme, die sich unter anderem durch ihren kumulativen Charakter auszeichnen. Derartige Umweltprobleme sind der Klimawandel, Biodiversitätsverluste oder der (schleichende) Flächenverbrauch an bioproduktiven Böden. Dies bedeutet, dass nicht nur Großprojekte im Hinblick auf Umweltauswirkungen zu bewerten sind, sondern dass auch die Summe vieler kleiner Projekte denselben Umwelteffekt aufweisen kann wie ein Großprojekt. In Anbetracht der massiven Umweltprobleme ist daher zu fragen, ob Projekte überhaupt stattfinden können, und wenn dies aus sozioökonomischer Sicht notwendig ist, müssen sie in einer Weise gestaltet werden, dass sie zu einer Entlastung der Umweltsituation beitragen.
In Bezug auf den Treibhauseffekt bedeutet dies etwa, dass sich durch einen energieoptimierten Industrie- und Gewerbepark die regionale Gesamttreibhaussituation gemäß den internationalen Klimaschutzzielen zu verbessern hat, d.h. der Park Energieversorgungsaufgaben treibhausgasneutral nicht nur für sich selbst, sondern auch für die umliegenden Siedlungen und Infrastrukturen zu leisten hat. Zur Hintanhaltung des Flächenverbrauchs bedeutet dies, dass der Sanierung und Wiedernutzbarmachung brach gefallenen Baulandes deutlich der Vorrang zu geben ist vor der Neuaufschließung von Grünland (Brownfield statt Greenfield).
Planungsgrundsatz 3: Der Erfolg eines energieoptimierten Industrie- und Gewerbeparks ist an den Dienstleistungen zu messen, die der Park für die regionale Gesellschaft in Umweltsicht, sozialen und ökonomischen Belangen erbringt.
Gemäß Planungsgrundsatz 2 bestehen die Dienstleistungen eines Parks aus der Verbesserung der regionalen Umweltsituation aus einer Gesamtsicht. Aus sozioökonomischer Sicht sind im Wesentlichen vier Kategorien von „regionalen Dienstleistungen“ für die Gesellschaft zu erwarten:
1. Arbeitsplätze: durch einen energieoptimierten Industrie- und Gewerbepark sind regionale Arbeitsplätze zu schaffen, die sich auch am Qualifikationsniveau und den Bedürfnissen des regionalen Arbeitsmarktes orientieren. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die künftigen Arbeitskräfte auch tatsächlich aus der Region kommen und damit die Bevölkerungsentwicklung stabilisiert werden kann, PendlerInnenströme verkürzt werden können und Lebensqualität gewonnen werden kann.
2. Produkte: Der Industrie- und Gewerbepark produziert Produkte für den regionalen und überregionalen Markt. Durch Schwerpunktsetzungen in verschiedenen Parks kann die regionale Produktpalette diversifiziert werden, was der Widerstandsfähigkeit der Region gegen Krisen dient und ermöglicht, mehr Produkte auf kurzem Wege für die regionalen KonsumentInnen zur Verfügung zu stellen.
3. Energie – Wärme und Elektrizität: Durch die Lage von Industrie- und Gewerbeparks in funktionsgemischten Lagen bzw. im Nahbereich von Siedlungen wird es ermöglicht, die Abwärme der Parks für die land- und forstwirtschaftliche Produktion (z.B. für Glashausproduktion) bzw. Produktveredelung (z.B. Trocknungsvorgänge) und/oder für die Versorgung von Siedlungen in Nah- und Fernwärmenetzen zu nutzen und hier entsprechende Synergien zu nutzen, die einer Gesamtreduktion des ökologischen Fußabdrucks und der Treibhausgase einer Region dienen. Dabei kann Abwärme sowohl aus industriellen Prozessen als auch aus der Erzeugung von Elektrizität entstehen. Gerade in peripheren Regionen mit einem nur im Mittelspannungsbereich ausgebauten Stromnetz können dezentrale Elektrizitätserzeugungsanlagen in Industrie- und Gewerbeparks stabilisierend wirken. Diese Synergien zwischen den verschiedenen Energie- und Ressourcenbereitstellungen sind auf der Ebene von kleinen und mittleren Unternehmen ebenfalls miteinander zu vernetzten wie dies im Bereich der chemischen Industrie oder integrierten Hüttenwerken bereits passiert.
4. Vorleistungsketten: durch wirtschaftliche Verflechtungen neuer Betriebsansiedelungen mit bestehenden Betrieben können Netzwerke entstehen, die Absatzmärkte und Einkommen für bestehende Betriebe und deren ArbeitnehmerInnen schaffen, auf Regionalität beruhen und stabilisierend wirken.
Planungsgrundsatz 4: Die Standortwahl für Industrie- und Gewerbeparks ist ein wesentlicher Faktor, der die Möglichkeiten massiv beeinflusst, Energieoptimierung herbeizuführen, Dienstleistungen an der Gesellschaft zu erbringen und die regionale Umweltsituation zu ändern.
Entwicklungsmöglichkeiten bzw. -restriktionen des Industrie- und Gewerbeparks bedeuten bezüglich des Dienstleistungsaspektes, dass sie lokal räumlich in einer Art und Weise angeordnet werden, um wirtschaftlich betreibbare Netze herstellen zu können. Dies setzt vor allem im Wärmebereich eine relativ enge räumliche Nähe zwischen Industrie- und Gewerbepark und sonstigen WärmeabnehmerInnen voraus.
Die Lage des Industrie- und Gewerbeparks innerhalb der Region bestimmt jenseits von Aspekten von „Cleaner Production“ Aufkommen, Energieverbrauch und Emissionen von Mobilitäts- und Transporterfordernissen. Dies betrifft zum einen Ressourcentransport und gegebenenfalls Rückführung von Reststoffen in die Land- und Forstwirtschaft, zum anderen das Kappen von PendlerInnenströmen und damit die Stabilisierung des regionalen Arbeitsmarktes sowie der regionalen Bevölkerungsentwicklung durch die Reduktion von Pendeldistanzen und damit des assoziierten Zeitaufwandes.
Planungsgrundsatz 5: Jeder energieoptimierte Industrie- und Gewerbepark hat über regional abgestimmte spezifische Ziele zu verfügen, die Basis für die Auswahl von Betrieben sind.
Welche Umweltziele durch die Realisierung eines energieoptimierten Industrie- und Gewerbeparks umgesetzt werden sollen, welche Dienstleistungen für die Gesellschaft erbracht werden sollen, ist für jeden Industrie- und Gewerbepark in einem eigenen Arbeitsschritt zu klären und entsprechend transparent zu machen. Das Zielsystem hat umweltbezogene, soziale und (regional-) ökonomische Ziele zu enthalten, die durch die Detailplanung und die Ansiedlung von Betrieben umzusetzen sind.
Dieses Zielsystem bezüglich der regionalen Anforderungen determiniert auch die Einsetzbarkeit von Technologien zur Energiegewinnung und -verteilung gemeinsam mit den regionalen Ressourcen und dem räumlichen Kontext (Standortwahl, Lage, umgebende Nutzungen) des Industrie- bzw. Gewerbeparks.
Während öffentliche Aufwendungen entsprechend geplant und umgesetzt werden können, erfolgt die Ansiedlung von Betrieben „inkrementell“, d.h. es müssen sich bietende Chancen auf Ansiedlung genutzt werden, sofern die Betriebe mit den Zielen für den Park konform sind. Demgemäß muss es auch möglich sein, einzelne Betriebe, die in das für den Park entworfene Konzept nicht passen, abzuweisen. Aus energetischer Sicht bedeutet dies z.B., dass bestimmte Mindest- oder Maximalkapazitäten für Elektrizitäts- und Wärmeverbrauch und/oder -abgabe von den anzusiedelnden Betrieben vorgegeben werden. Wenn z.B. in einem regionalen INKOBA-Verband mehrere Industrie- und Gewerbeparks geplant und realisiert werden, besteht die Möglichkeit, optimierte Standorte für verschiedene Typen von Betrieben anzubieten und so die Chancen für eine Ansiedlung in der Region zu erhöhen.
Planungsgrundsatz 6: Der Planungsprozess ist so zu gestalten, dass soziales Lernen zwischen den betroffenen und interessierten AkteurInnen der Region ermöglicht wird.
Die Gestaltung von energieoptimierten Industrie- und Gewerbeparks benötigt also „double-loop learning“. Dieser Prozess hat zumindest die regionalen EntscheidungsträgerInnen sowie jene Personengruppen zu beinhalten, die Verfügungsmacht über die regionalen Ressourcen haben, und die AbnehmerInnen von Reststoffen und überschüssiger Energie. Die einzubeziehenden AkteurInnengruppen ändern sich je nach Planungsfall: bezüglich biogener Ressourcen und der Übernahme von Reststoffen ist hier der intensive Kontakt mit der Land- und Forstwirtschaft zu suchen, bezüglich der Abwärmenutzung in einem Fernwärmenetz sind die BewohnerInnen der umliegenden Siedlungen einzubinden, etc.
Prozessanleitung für die Parkplanung
Phase 1: „Top-down“- Rahmenplanung
Die regionalen EntscheidungsträgerInnen und die PlanerInnen bestimmen in der ersten Phase den groben Rahmen für die Planung von energieoptimierten Industrie- und Gewerbeparks. Diese Phase dient dazu, Möglichkeitsräume für Entscheidungen aufzuspannen, die Verbräuche und die theoretischen Potenziale für die Nutzung erneuerbarer Ressourcen zu definieren und die zu berücksichtigenden öffentlichen Interessen namhaft zu machen. Damit ist es möglich, erste Szenarien für die öffentliche Diskussion zu entwickeln und zu bewerten.
Weiters dienen die Ergebnisse dieses ersten Schrittes dazu, festzustellen, welche AkteurInnen in Phase 2 einzubinden sind. Die einzelnen Schritte und ihre Bedeutung werden folgendermaßen dargestellt, in der Toolbox werden Hilfsmittel für die einzelnen Schritte bereitgestellt.
 Abb.: Planungsprozess Rahmenplanung
Für die Umsetzung der Schritte sind zumindest drei Workshops in der Region notwendig, in denen auch die Ergebnisse der sonstigen Schritte präsentiert und diskutiert werden: ein Workshop zur Zieldefinition, ein Workshop zur Rahmendefinition der Szenarien sowie ein Workshop, in der Szenarienentwicklung, -bewertung und die Auswahl von Optionen für Phase 2 stattfinden.
Phase 2: „Bottom-up“- Maßnahmenplanung
Die Maßnahmenplanung erfolgt gemeinsam mit den relevanten AkteurInnen. Im Wesentlichen werden die Schritte der Rahmenplanung noch einmal durchlaufen, um nicht nur allgemein anerkannte Ziele festzulegen und ein Szenario für die Umsetzung auszuwählen, sondern um aus den theoretischen Potenzialen und Szenarien die realisierbaren Szenarien herauszudestillieren. So kann z.B. festgestellt werden, wie viele Rohstoffe einer bestimmten Art zu einem bestimmten Preis von der Land- und Forstwirtschaft bereitgestellt werden können, welche Anbauflächen für die Produktion von Rohstoffen und Energie tatsächlich verfügbar sind, und unter welchen Bedingungen z.B. die Rücknahme von Reststoffen erfolgen kann. Weiter kann in einem derartigen Prozess z.B. ermittelt werden, wie viele Anschlusswillige es für eine Fernwärmeversorgung aus einem Industrie- oder Gewerbepark gibt und ob mit dem nachgefragten Wärmepotenzial ein Netz wirtschaftlich betrieben werden kann. Phase 2 dient somit auch der Validierung von Annahmen der Phase 1 und ermöglicht die Auswahl von Maßnahmen, die in den relevanten AkteurInnennetzen akzeptiert sind, unterstützt werden und somit in der Praxis umgesetzt werden. Ein Ablaufschema für Phase 2 ist in folgender Abbildung dargestellt:
 Abb.: Planungsprozess Maßnahmenplanung
Es können im neuen Kreis der Teilnehmenden jene Methoden angewendet werden, die bereits in Phase 1 Anwendung gefunden haben. Für die Anwendung der Phase 2 ist grundsätzlich nur ein Workshop notwendig, sofern von Beginn an Konsens herrscht. Sollte dieser erst hergestellt werden müssen bzw. sind individuelle Reflexionen und Abklären von Entscheidungsspielräumen notwendig, ist dieser Workshop so lange mit den jeweiligen Ergebnissen des vorangegangenen Workshops zu wiederholen, bis Konsens über ein Realisierungsszenario hergestellt werden kann.
Toolbox für die Parkplanung
Zieldefinition Ziel dieses Arbeitsschrittes ist es, als Einstieg in das Projekt eine Auseinandersetzung mit den Zielen für die Industrie- und Gewerbeparkentwicklung zu erreichen und soziales Lernen auf der Wertebene („double-loop learning“) zu ermöglichen. Durch die Erarbeitung eines Zielsystems, das in mehreren Ebenen ausdifferenziert ist, wird eine regional akkordierte Wertebasis für die Szenarienentwicklung und -bewertung geschaffen. Grundsätzlich sind alle Methoden partizipativer Planung dazu geeignet. Wesentlich scheint hier der Hinweis, dass die Zielformulierung ganzheitlich erfolgt und folgende Themen umfasst: Energie/Rohstoffgewinnung, Wirtschaft/Arbeit, Wohnen/Bevölkerung, Verkehr/Mobilität, Erholung/Freizeit, Umwelt, Region sowie im Falle der Projektregion grenzüberschreitende Kooperation. Auf das Zielsystem ist bei folgenden Schritten im Projekt Bezug zu nehmen: Auswahl von Ressourcen und Annahmen zu Produktionsbedingungen (z.B. extensive bzw. intensive land- und forstwirtschaftliche Produktion), Auswahl von einzelnen Technologien für die Szenarienentwicklung, Gewichtung der umweltbezogenen und sozio-ökonomischen Bewertungsergebnisse bei der Auswahl der besten Lösungsvariante, bei der Standortbewertung hinsichtlich der Erweiterung bestehender bzw. der Auswahl neuer Standorte sowie bei der Auswahl von Betrieben.
Erhebung der Ressourcen- und Verbrauchssituation
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Als Basis für die Rahmendefinition und Szenarienbildung ist eine Analyse der energiewirtschaftlichen Infrastruktur und Verbrauchsituation erforderlich. Dabei können Daten zur Erhebung der Energiebedarfswerte (im Wesentlichen meist Heizungs- bzw. Prozesswärme sowie elektrische Energie nach Verbrauchern) über einen standardisierten Fragebogen betroffener Unternehmen oder Siedlungen erhoben werden und stehen damit für die Szenarienbildung zur Verfügung.
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Ein derartiger Fragebogen wurde im Rahmen des gegenständlichen Projektes entwickelt. Die energiewirtschaftliche Versorgungsstruktur ist für leitungsgebundene Energieträger durch die örtlichen Netzkapazitäten vom EVU vordefiniert.
Für die Implementierung nachhaltiger Energiesysteme sind im Rahmen einer Versorgungspotentialanalyse weitere Ressourcen im Umfeld des Parks wie beispielsweise:
- jährlicher Waldzuwachs und Durchforstungsrückstand
- Menge an Silomais- und Winterraps über vorhandene Ackerflächen
- Menge an Wirtschaftsdünger über Tierbestand
- Menge an biogenen Abfällen und Reststoffen
in einem Umkreis von max. 10 km um den Parkstandort zu erheben. Die Restriktion des Erhebungsradius ergibt sich aus ökonomischen und ökologischen Parametern welche mit dem Transport der Biomasse einhergehen.
Weiters ist entsprechend der regionalen Ressourcenausstattung abzuwägen, ob weitere Potentiale wie Sonnenenergienutzung, Wind- und Wasserkraft,… ebenfalls in die Szenariendefinition aufgenommen werden. Wesentlich ist im Bereich der Ressourcenerhebung dass über einen iterativen Diskussionsprozess mit lokalen Akteuren von einem statistisch festgelegten technischen Ressourcenpotential ein Erwartungspotential erarbeitet wird, welches dem realistischen Beitrag der jeweiligen Ressource zur Energiebereitstellung des Parks entspricht. Dabei sind bestehende Nutzungs- und Versorgungsstrukturen in der Szenariendefinition zu berücksichtigen. Neben der Energiebedarfserhebung und Versorgungspotentialanalyse ist auch eine Sensibilisierung der Energieabnehmer für den Bereich Energiesparen vorzusehen. Zur Reduktion der Energienachfrage in einem sehr frühen Stadium der Parkentwicklung besteht die Möglichkeit Energieberatungen als Serviceleistungen für interessierte Unternehmen zu initiieren.
Regionsanalyse
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Ziel einer Regionsanalyse ist es eine fundierte Daten- und Informationsgrundlage für eine konkrete Projektfragestellung aufzubereiten. In diesem Zusammenhang ist die Regionsanalyse als flexibles Planungstool zu verstehen, da sie neben dem Überblick über die räumlich-strukturellen Gegebenheiten einer Projektregion auch das Aufgreifen und Beleuchten konkreter projektrelevanter Themenfelder (z.B. Bevölkerungsentwicklung, PendlerInnenströme, Infrastrukturausstattung) ermöglicht. | Die Auswahl der zu untersuchenden Schwerpunkte, welche im Zuge der Regionsanalyse im regionalen Kontext analysiert werden, variiert von Projekt zu Projekt aber auch von Region zu Region.
Aufgrund der Aufgabenstellung dieses Projektes wurden in der Regionsanalyse folgende Themenbereiche als Rahmenbedingungen für die Szenarienentwicklung aufgegriffen: Lage im Raum (inkl. Blick über die Grenze), Raumcharakteristik, Bevölkerungsentwicklung, Qualifikationsprofil der Bevölkerung, regionalökonomische Struktur. Die Aufbereitung der Datengrundlage erfolgte anhand von statistischen Auswertungen (basierend auf den Datengrundlagen der Statistik Austria) welche sowohl in tabellarischer als auch in kartographischer Form aufbereitet und entsprechend textlich beschrieben wurden. Die planlichen Darstellungen erfolgten unter Zuhilfenahme des Geoinformationssystem ArcGis. Hier wurden klassische planerische Darstellungsformen gewählt, mit einer Ausnahme, welche das Qualifikationsprofil der Bevölkerung betrifft. Für die Ansiedelung und Planung von Industrie- und Gewerbeparks ist es zielführend, dass die Bezugsbasis der Analyse dahingehend gewählt wird, dass die Auswertung:
- das Qualifikationsprofil der gesamten Bevölkerung einschließlich der nachrückenden Arbeitskräfte widerspiegelt (Bezugsbasis (aus Statistik Austria): Höchste abgeschlossen Ausbildung der Bevölkerung ab 15 Jahren zuzüglich Kinder und PflichtschülerInnen in Ausbildung);
- das Qualifikationsprofil der derzeit erwerbstätigen Bevölkerung widerspiegelt (Bezugsbasis (aus Statistik Austria): Bildungsstand der Berufstätigen zusammengefasst in die Kategorien „Abschluss Pflichtschule“, „Abschluss Berufsschule“, „Abschluss BMS, AHS, BHS“, „Abschluss Kolleg, Akademie, Universität, Fachhochschule“).
Standortanalyse
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Ziel einer Standortanalyse ist die Analyse und Bewertung ausgewählter Flächen in Bezug auf ihrer Eignung für eine spezifische Nutzung (z.B. Gewerbe- und Industrieparknutzung). Standortanalysen werden sowohl von StandortnachfragerInnen (z.B. Unternehmen) als auch von StandortanbieterInnen (z.B. Gemeinde, Region) angewendet. Analysiert und bewertet werden je nach Erfordernis und Bedarf potentielle Standortmöglichkeiten bzw. bereits bestehende Standorte. | Das im Zuge dieses Projektes erarbeitete INKOBA Standortbarometer ist allgemein anwendbar und ermöglicht eine Analyse und Bewertung der räumlich-strukturellen Gegebenheiten der Projektregion von existierenden und potentiellen Standorten für Industrie- und Gewerbeparks. Einerseits kann anhand des INKOBA Standortbarometers ein etwaiger Handlungsbedarf (betreffend der Zielerfüllung der einzelnen Standortfaktoren) bei bestehenden Standorten abgeleitet werden. Andererseits dient das INKOBA Standortbarometer auch als „Check-List“ für die Auswahl von neuen INKOBA Standorten in der Region. Im Gegensatz zu in der Praxis häufig angewendeten Methoden der Standortanalyse (z.B. Nutzwertanalyse) wurde beim INKOBA Standortbarometer bewusst keine Gewichtung der Standortfaktoren vorgenommen. Dies kann von den jeweiligen AnwenderInnengruppen entsprechend den jeweiligen Erfordernissen und Wertevorstellungen vorgenommen werden.
Methoden für Szenarienbildung Für die Bildung der Szenarien müssen Methoden angewandt werden, die folgende Kriterien erfüllen:
- Generierung von technisch möglichen Netzwerken aus unterschiedlichen, erprobten Technologien, die auf der Basis regional vorhandener Ressourcen einsetzbar sind. Diese Forderung schützt vor „Pseudo-Szenarien“, die keine Realisierungswahrscheinlichkeit haben.
- Erfüllung der Massen- und Energiebilanzen und Berücksichtigung von Ressourcenkonflikten (Zugriff unterschiedlicher Technologien auf die gleiche Ressourcenbasis, etwa die vorhandne Waldfläche). Diese Forderung ist notwendig, um Ressourcenübernutzung oder unrealistische Nutzungsvarianten auszuschalten.
- Garantie der Identifikation der optimalen Technologiestruktur unter festgelegten Rahmenbedingungen. Dieses Kriterium folgt aus der Notwendigkeit, den Regionalen Stakeholdern optimale Strukturen zum Vergleich anzubieten. Eine Auswahl kann ja nur dann sinnvoll erfolgen, wenn die Stakeholder sicher sein können, dass nicht unter den angegebenen Rahmenbedingungen eine andere Struktur noch bessere Ergebnisse erbringen würde.
- Optimierung der wirtschaftlichen Leistung unterschiedlicher Technologiestrukturen. Diese Forderung ergibt sich aus der Tatsache, dass Industrieparks natürlich die Aufgabe haben, optimale Wertschöpfung zu generieren.
- Darstellung der wirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und ökologischen Eckdaten für die generierten optimalen Technologiestrukturen. Diese Eckdaten umfassen mindestens Wertschöpfung, notwendige Investition, notwendige Betriebskosten, geschaffene Arbeitsplätze und ökologische Indikatoren wie dem ökologischen Fußabdruck. Diese Werte sind die Grundlage der Planungsprozesse und müssen daher in ausreichender Präzision und Qualität durch die verwendeten Methoden dargestellt werden.
Szenarienentwicklung
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Für die Entwicklung der Szenarien sind einerseits generelle Rahmenbedingungen festzulegen. Diese sind naturgemäß abhängig von den gewählten Methoden zur Szenariengeneration. Im Fall der hier verwendeten Prozess-Netzwerkssynthese waren folgende Rahmenbedingungen festzulegen: |
Technologien:
- vorhandene technische Einrichtungen mit ihren Massen und Energiebilanzen
- erprobte Technologien mit Massen- und Energiebilanzen sowie Invest- und Betriebskosten,
- Technologien in Entwicklung, die ebenfalls in die Szenarien einbezogen werden sollen;
- Kapazitätseinschränkungen für Technologien (bedingt etwa durch Einspeisetarife, etc.)
Bedarf/Produkte:
- Viehbestand (als Nutzer vorhandener regionaler Ressourcen in Konkurrenz mit non-food und Energienutzung)
- regional abdeckbare Energiedienstleistungen, insbesondere Wärmebedarf (mit zeitlichem Lastprofil und notwendigem Temperaturniveau);
- Mindestmengen an Elektrizität (etwa zur Netzstabilisierung) und Wärme, die in jedem Fall bereitgestellt werden müssen;
- ortsübliche Preise für die Produkte/Dienstleistungen, die durch die gewählten Technologien bereitgestellt werden können;
- Erlöse aus der Bereitstellung netzgebundener Energien (Strom-Einspeisetarife, Gas-Einspeisetarife, Nah/Fern-Wärmetarife.
Neben diesen generellen Rahmenbedingungen müssen auch spezifische Bedingungen im Rahmen der Planungsprozesse festgelegt werden. Dies erfolgt gemeinsam mit den PlanerInnen und regionalen EntscheidungsträgerInnen und kann daher nicht generell geregelt werden. Als Denkhilfe kann aber folgendes Schema verwendet werden, das mögliche variable Rahmenbedingungen aufzeigt:
Ressourcen:
- Einzugsgebiet
- Ressourcen/Flächenverteilung (Abtausch zwischen einzelnen Flächenkategorien)
- Obergrenzen für Ressourcen (etwa maximale Fläche, die für Kurzumtriebsplantagen oder Energiepflanzen zur Verfügung gestellt wird)
- Nutzungsraten (etwa Anteil der Holzproduktion, die für Energietechnologien bereitgestellt wird)
Technologien:
- Einbeziehung von Technologien in Entwicklung
Bedarf:
- Mindestbereitstellung (etwa von Strom und Wärme)
- Versorgungsradius/einbezogene Märkte (etwa für Nah-/Fernwärme)
- regionale/überregionale Marktchancen (alternative Produkte / Dienstleistungen)
- Änderung im Energiebedarf des Parks und der Region (etwa durch Forcierung der Gebäudesanierung, Effizienztechnologien
- Änderung in der konkurrierenden Landnutzung (etwa durch Veränderung des Viehbestandes)
- erzielbare Preise (etwa für Einspeisungen von Gas und Strom)
allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen:
- Abschreibungszeitraum
- Entwicklung von Konkurrenzprodukten (etwa Erdöl/Erdgas)
Szenarienbewertung
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Die entwickelten Szenarien müssen in ihrer wirtschaftlichen, ihrer ökologischen und ihrer regionalökonomischen Wirkung bewertet werden, um den EntscheidungsträgerInnen und Akteuren eine feste Basis für ihre Entscheidungen zu bieten. Die einzelnen Bewertungen müssen mindestens folgende Kriterien erfüllen: |
wirtschaftliche Bewertung:
- Gesamt-Wertschöpfung des Parksystems:
Die Gesamtwertschöpfung des Parksystems bildet einen Maximalrahmen für den wirtschaftlichen Erfolg der einzelnen Akteure innerhalb des Parks (und auch in der Vor- und Nachkette der Produkte und Dienstleistungen). Durch das Aufzeigen der Gesamtwertschöpfung wird ein Verhandlungsrahmen für die Detailverhandlungen (in der Maßnahmenplanung) abgesteckt. Diese Bewertung erlaubt gleichzeitig auch den Vergleich zwischen unterschiedlichen Szenarien im Hinblick auf die wirtschaftliche Gesamteffizienz der Nutzung der regionalen Ressourcenpotentiale durch eine bestimmte Technologiestruktur.
- Investkosten:
In vielen Entscheidungsprozessen auf regionaler Ebene spielen die notwendigen Investkosten eine entscheidende Rolle, da das verfügbare Kapital begrenzt und/oder teuer ist. Die Kenntnis des gesamten Kapitalbedarfs ist daher eine unerlässliche Entscheidungshilfe.
- Betriebskosten:
Die jährlich anfallenden Betriebskosten der Technologiestrukturen ist eine weitere unerlässliche Entscheidungshilfe. Zusammen mit den Investkosten kann diese Information zur Abschätzung des Implementierungsrisikos verwendet werden. Darüber hinaus zeigen die Betriebskosten auch auf, wie viel Geld (als Arbeits- und Rohstoffkosten) wieder in die Region zurückfließt.
ökologische Bewertung:
- aggregierter Umweltdruck:
Grundsätzlich haben unterschiedliche Technologiestrukturen auch unterschiedliche Profile ihrer Umweltdrücke. Ein Vergleich auf der Basis eines einzelnen Umweltdruckes (etwa der Treibhausgas-Emission) kann daher zu gravierenden Fehleinschätzungen führen. Die Szenarien müssen daher auf der Basis eines aggregierten Umweltindikators (wie etwa des ökologischen Fußabdruckes) verglichen werden.
- Identifikation von ökologischen „Hotspots“
Die ökologische Bewertung muss die Akteure auch mit Informationen versorgen welche Schritte in der Wertschöpfungskette des Parks besonderen Druck auf die Umwelt ausüben. Ebenso muss das Bewertungsverfahren Aufschluss darüber geben, welche Stoffströme, die mit der Umwelt ausgetauscht werden (Rohstoffe, Emissionen, Abfälle) sich als besonders umweltbelastend darstellen. Diese Informationen sind einerseits wichtig für den direkten Vergleich der Szenarien. Sie sind andererseits aber auch entscheidend für die Planung von Maßnahmen, die den Gesamt-Umweltdruck des Parks verringern helfen.
Auswahl realisierbarer Optionen/des Realisierungsszenarios Die Szenarien werden bereits in einem iterativen Prozess mit den lokalen EntscheidungsträgerInnen bzw. AkteurInnen erarbeitet, sodass nur grundsätzlich realisierbare Szenarien zur Szenarienbewertung herangezogen werden. Als Entscheidungsgrundlage für ein Realisierungsszenario liegen folgende Informationen vor: verwendete natürliche Ressourcen, Material- und Energieströme, Technologienetzwerke, ökologischer Fußabdruck (SPI), regionalökonomische Umsatz- und Arbeitsplatzeffekte. Diese Ergebnisse werden nicht weiter aggregiert. Die Ergebnisse sind durch eine Sensitivitätsanalyse abzusichern.
Bei diesen Sensitivitätsanalysen wird insbesondere die Strukturstabilität der in Frage stehenden Alternativen untersucht. Dazu werden Rahmenbedingungen (siehe Liste unter Szenarienentwicklung) systematisch verändert, wobei der Änderungsbereich mit den AkteurInnen abgestimmt wird. Diese Änderungen umfassen sowohl die zu erwartende Entwicklung wirtschaftlicher Parameter (Kosten und erzielbare Preise) als auch Eckpunkte im Mengengerüst der Parkstrukturen (mögliche Abnahmemengen für Wärme, mögliche Einschränkungen in der Rohstoffbereitstellung, etc.).
Ziel der Sensitivitätsanalysen ist es festzustellen, in welchen Bereichen diese Parameter verändert werden können, ohne dass die gewählte Technologiestruktur des Parks ihre Optimalität einbüßt. Weiters dienen diese Sensitivitätsanalysen dazu, die Abhängigkeit der Leistungsparameter des Parks (Gesamt-Wertschöpfung, ökologischer Druck, etc.) von der Änderung der Rahmenbedingungen zu identifizieren. Sensitivitätsanalysen sind dabei wesentliche Entscheidungshilfen, sowohl in der Abschätzung des Umsetzungsrisikos als auch im Hinblick auf das bessere Verständnis der Einbettung des Systems „INKOBA-Park“ in das wirtschaftliche und ökologische Umfeld.
Es ist die für die Region beste Variante von den regionalen EntscheidungsträgerInnen unter Berücksichtigung des Zielsystems sowie der Sensitivitätsanalyse in einem diskursiven Prozess auszuwählen. Dazu ist die Zusammenarbeit der INKOBA-Partnergemeinden und der TMG unerlässlich um auch potentielle Unternehmen von den Vorteilen der Verwirklichung der Szenarien zu überzeugen und eine aktive Organisationseinheit zur Entwicklung eines Betreibermodells unter Einbindung der Rohstofflieferanten zu schaffen. Durch die Initiierung eines Energiebereitstellungs- und Abnehmerkonsortiums werden die Investitionen gestreut und die Steuerung und Wertschöpfung von den betroffenen regionalen Akteuren selbst übernommen.
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